Der Beruf als Risikofaktor
Viele individuelle Aspekte sind entscheidend für die Beantwortung der Fragen, ob und zu welchen Konditionen man in eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgenommen werden kann. Eine besonders wichtige Frage ist dabei diejenige nach dem ausgeübten Beruf. Versicherer ordnen die einzelnen Berufe in unterschiedliche Risikogruppen ein.
Verständlich wird dieses Vorgehen, wenn man sich vor Augen führt, dass zum Beispiel ein Sekretär ein gänzlich anderes Berufsunfähigkeitsrisiko aufweist als ein Dachdecker. Letzteren abzusichern ist für den Versicherer mit einem erheblichen Risiko verbunden: Schließlich arbeitet ein Dachdecker an einem gefährlichen Ort und muss zudem tagtäglich auch körperliche Belastungen hinnehmen. Das Risiko eines Unfalls oder körperlicher Einschränkungen durch Dauerbelastungen ist hier enorm hoch. Bei derart hohen Risikolagen kann es durchaus passieren, dass sich kein Versicherer findet, der dieses Risiko absichern möchte.
Körperliche Tätigkeiten
Berufliche Tätigkeiten, bei denen ein regelmäßiger körperlicher Einsatz vonnöten ist, werden in der Regel als risikoreicher eingestuft als normale Bürojobs. Einerseits ist dieses Vorgehen nachvollziehbar: Wer ein Leben lang körperlich arbeitet, bleibt zunächst zwar relativ fit, spätestens im fortgeschrittenen Alter sind aber zumindest Verschleißerscheinungen zu befürchten. Solche Umstände führen dabei häufig dazu, dass man seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Auf der anderen Seite ist die relativ geringe Risikobewertung von Tätigkeiten, bei denen man vorwiegend sitzend seine Aufgaben erledigt, nur eingeschränkt nachvollziehbar. Schließlich treten in diesem Kontext Rückenleiden und ähnliche Erkrankungen gehäuft auf.
Berufe mit erhöhtem Risiko psychischer Erkrankungen
Psychische Erkrankungen sind eine der Hauptursachen für das Auftreten einer Berufsunfähigkeit. Versicherer wissen um diesen Umstand und machen für unterschiedliche Berufsgruppen ein erhöhtes Risiko aus, psychisch zu erkranken. Zu diesen Berufsgruppen gehören beispielsweise Lehrer. Sie müssen in ihrem Berufsalltag zahlreiche psychische Belastungen ertragen und laufen dabei Gefahr, früher oder später berufsunfähig zu werden. Gehört man einer Berufsgruppe an, der eine erhöhte Gefahr psychischer Erkrankungen zugeschrieben wird, hat auch dieses Auswirkungen auf die Chancen, in eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgenommen zu werden.
Berufe mit geringem Risiko
Als relativ gut versicherbar gelten Personen, die Berufe ausüben, bei denen es primär auf geistige Leistungen ankommt, ohne dass hierbei gleichzeitig an gefährlichen Arbeitsorten gearbeitet werden muss. Typische Beispiele sind hierbei Akademiker wie Physiker oder Ingenieure – natürlich vorausgesetzt, dass sie in Kontexten arbeiten, die weitgehend als ungefährlich klassifiziert werden können. Dennoch können auch bei Berufsgruppen der genannten Art andere individuelle Faktoren wie Vorerkrankungen dazu führen, dass ein Versicherungsschutz gar nicht oder aber nur im Zuge von erhöhten Beiträgen oder Ausschlüssen erwirkt werden kann. Entscheidend ist somit die Gesamtrisikolage und nicht nur der ausgeübte Beruf alleine.
Weitere Faktoren für die Einschätzung des Risikos
Die Frage nach dem ausgeübten Beruf ist zwar eine zentrale, jedoch nicht die einzige, wenn es um die individuelle Risikobewertung geht. Weitere Aspekte beeinflussen, ob und zu welchen Konditionen man in eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgenommen werden kann. Hierzu zählen insbesondere die Krankengeschichte des Antragsstellers sowie sein aktueller gesundheitlicher Zustand und sein Alter bei Eintritt in die Versicherung. Die Frage, ob gefährliche Hobbys ausgeübt werden, ist eine weitere, der sich Antragssteller häufig stellen müssen.
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